Spannung, Dramatik und ein Maximum Break!
Wo fängt man an? Wo hört man auf? Was hebt man besonders hervor? All diese Fragen habe ich mir gestellt, als schließlich mit John Higgins auch der letzte Halbfinalist fest stand.
Hochklassiges Snooker vom Allerfeinsten! Auch so hätte meine Headline lauten können, um das Viertelfinale der Snooker WM zusammenfassend auf den Punkt zu bringen.
Mark Allen – Ryan Day 13:11 Es fiel mir nicht schwer bei diesem Spiel meine gewohnte Objektivität zu bewahren. Gegönnt hab ich es beiden Spielern, weil sie solch großartigen Snookersport gezeigt haben. Es ging um sehr viel und Mark Allen hat es geschafft mit dem Druck umzugehen. Einer musste am Ende der Gewinner sein. Ich freue mich für Mark Allen und bedauere sehr das Ausscheiden von Ryan Day. Der Gewinner „Pistol“ Allen, wirkte auf mich über weite Phasen des Matches ganz einfach cooler und abgeklärter. Viele vergleichen ihn heute schon mit dem jungen Ronnie O’Sullivan. Aber Vorsicht! Dieser Vergleich könnte den ohnehin schon starken Druck, der nun auf ihm lastet noch erhöhen. Die Erwartungshaltung seiner Fans ist groß. Sein Spiel ist schnell und er gestaltet es oft äußerst offensiv. Gerade das könnte der berühmte Schuss sein, der am Ende nach hinten los geht.
John Higgins – Mark Selby 13:12 Genau wie im Achtelfinale gegen Jamie Cope, musste der zweifache Weltmeister, John Higgins, auch gegen Mark Selby im Viertelfinale über die volle Distanz um den Einzug ins Halbfinale kämpfen. Die Spannung war kaum noch zu überbieten, als der Entscheidende Frame Nummer 25 gleich zwei Mal per Rerack neu gestartet werden musste!
Shaun Murphy – Stephen Hendry 13:11 Man möge mich bitte korrigieren; aber noch nie zuvor habe ich den siebenfachen Weltmeister, Stephen Hendry, so emotional am Snookertisch erlebt. Wie sehr konnte er sich über sein Maximum Break freuen und wie sehr hat er gelitten, als es am Tisch nicht mehr so gut für ihn lief. Für Hendry war in diesem Match alles drin. Sein Maximumbreak weckte Erinnerungen an seine große Zeit in den 90er Jahren. Lange Zeit war er auf dem besten Weg das Halbfinale zu erreichen, doch dann stieg seine Fehlerquote. Betrachtete man am Ende die Gesamtleistung beider Spieler, steht Shaun Murphy mit seinen Sieg über „The Golden Boy“ verdient im Halbfinale.
Neil Robertson – Stephen Maguire 13:8 Das klarste Ergebnis aller Viertelfinal-Spiele. Wie weit kann es für Robertson bei dieser WM gehen? Er scheint auf den Punkt genau in Topform zu sein. Zu Beginn der Weltmeisterschaft, hat man sich von Maguire sicher mehr erwartet. Der „Merlin of Milton“ muss seine WM-Titel Ambitionen jedoch auf nächstes Jahr verschieben. Neil Robertson hingegen hat in dieser Form nun alle Möglichkeiten…
Und so gestaltet sich das Halbfinale:
John Higgins bekommt es mit dem O’Sullivan Bezwinger Mark Allen zu tun. Auf der einen Seite ein erfahrener, zweifacher Weltmeister und auf der andren Seite ein typischer Vertreter der sogenannten „jungen Wilden“ mit Riesenappetit auf den Weltmeistertitel. Der Ausgang ist völlig offen. Zu einer Wette würde ich mich nicht hinreißen lassen!
Shaun Murphy trifft auf Neil Robertson! Auch in diesem Match ist alles möglich. Die Besonnenheit eines Shaun Murphy gegen einen Neil Robertson, der stets in der Lage ist seinen Gegner unter Druck zu setzen.
Spielmodus im Halbfinale: „Best of 33″! Eine lange Distanz, die in vier Sessions ausgetragen wird.
Holt sich John Higgins den dritten Titel im Crucible? Trägt sich Murphy nach 2005 zum zweiten Mal in die Siegerliste der WM ein? Neil Robertson hätte das „Zeug“ zum Weltmeister - oder nicht? Ach ja, und da ist auch noch ein gewisser Mark Allen…
Ich habe jetzt einen Knoten im Hirn vom vielen Nachdenken, wer am Ende die Nase vorn haben wird! Tatsache ist: Jeder der vier Spieler, die nun im Halbfinale stehen, hat absolut das Potential Weltmeister zu werden!
Beste Wünsche!
Klaus B.