Graeme Dott und der braune Ball.
Das erste Halbfinale im Berliner Tempodrom hat Graeme Dott gegen John Higgins, in einem rein schottischen Duell zweier Weltmeister, mit 5:4 für sich entschieden. Das Match ging im Halbfinalmodus „best of nine“ über die volle Distanz.
Im neunten und entscheidenden Frame fand am Tisch ein ganz anderes Duell statt. Beim Endspiel auf die Farben entflammte der Kampf: „Graeme Dott gegen den braunen Ball!“ John Higgins benötigte zu diesem Zeitpunkt bereits Snooker. Für Dott schienen ab dem Moment aber die Taschen wie zugenagelt! Ein ums andere Mal scheiterte er beim Pottversuch des braunen Balles. Higgins, der die Braune natürlich im Spiel halten wollte, da er Zusatzpunkte benötigte, versuchte Dott zu snookern. Der „Pocket Dynamo“ hatte jedoch immer ein Lösung parat und vermied somit, dass Higgins sein Punktekonto aufbessern konnte.
Der Kampf mit der Braunen zog sich minutenlang dahin, was die Spannung unter den Zuschauern noch mehr anheizte. Beide Spieler boten großes Snooker und hatten sichtlich Freude am Tisch.
Higgins sah sich dann doch irgendwann veranlasst, den braunen Ball zu potten, da sich dieser unmittelbar vor einer Ecktasche befand und er wohl keine Sichere Ablage hätte gewährleisten können. Dott konnte nun kaum fassen, dass ihm nun auch die Blaue das ein oder andere Problem beim Pottversuch bescherte. Schließlich fiel der blaue Ball dann doch in die Tasche, was Dott dazu veranlasste die Arme hochzureißen. Dabei war wohl auch ein kleiner Schuss Selbstironie, frei nach dem Motto: Hurra, ich hab doch noch einen Ball gepottet!
Trotz der Anspannung, hervorgerufen durch die zwischenzeitliche Situation auf dem Snookertisch, hatten die beiden Spieler dennoch immer mal wieder Scherz auf den Lippen. Das machte das Ganze, neben der Spannung, für den Zuschauer zusätzlich unterhaltsam.
Glückwunsch zum Finaleinzug an die Adresse von Graeme Dott. Wer am Abend im Finale sein Gegner sein wird, entscheidet sich im Spiel zwischen Stephen Maguire und Shaun Murphy.
Klaus Buhlmann